Der Hintergrund

Es ist heute schwer zu verstehen welchen Einfluss "Die Prophezeiungen von Celestine" bei ihrer Veröffentlichung als gebundenes Buch durch Warner Books in 1994 hatte. Der relativ kurze Roman wurde bereits 1993 als Taschenbuch in einer Selbstveröffentlichung herausgegeben. James und Salle Redfield hatten das Buch höchstpersönlich unter unabhängigen und alternativen Buchläden verteilt. Sie haben fast die Hälfte der 3.000 Exemplare buchstäblich an jeden verschenkt, der die Geschichte lesen wollte. Nur durch Mund zu Mund Propaganda löste dies innerhalb weniger Monate eine Nachbestellung nach der anderen aus. Noch bevor Warner sich die Verlagsrechte sicherte, hatte Redfield mehr als 10.000 Exemplare des Buches verkauft.

In 1995 und 1996 war "Die Prophezeiungen von Celestine" die Nr. 1 der amerikanischen Bücher auf der weltweiten Bestseller-Liste. Das Buch blieb drei Jahre auf der Bestseller-Liste der New York Times, wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt und hat seine Spuren mit einer Auflage von über 14 Millionen Exemplaren hinterlassen. Von Toronto nach Melbourne, von New York nach London, von Kapstadt nach Jakarta, von San Diego bis Rio de Janeiro, von Chicago bis nach Rom; in mehr als hundert Städten weltweit gibt es organisierte Gruppen die noch heute zusammenkommen um die Bedeutung der "Prophezeiungen von Celestine" in ihrem Leben diskutieren. 

Seit dem weltweiten Phänomen der "Prophezeiungen von Celestine" hat James Redfield seine schriftstellerische Arbeit mit einigen visionären, literarischen Werken fortgeführt. Dazu gehören etwa zehn weitere Bücher und zehn Hörbücher. Seine Frau und Partnerin Salle Merrill Redfield hat zu diesen Werken ihre eigenen Arbeiten in Form von Meditationsbüchern und Kassetten beigetragen. "Die zehnte Prophezeiung von Celestine" ist der Nachfolgeroman, der auf den zweiten Platz der New York Times Bestseller-Liste 1996 stieg. Im November 1999 kam "Das Geheimnis von Shambala: Auf der Suche nach der elften Prophezeiung" heraus und damit sind nun mehr als 20 Millionen Bücher von James Redfield in mehr als 50 Sprachen auf der Welt in Druck gegangen.

Mit diesem unglaublichen Erfolg war es ganz klar nur eine Frage der Zeit bis Hollywood Produzenten versuchen würden, sich die Filmrechte zu sichern und "Die Prophezeiungen von Celestine" vielleicht als einen Action- und Abenteuer Film ins Kino zu bringen. Angebote im Wert von vielen Million US$ wurden unterbreitet und James Redfield hätte nur seinen Namen unter den Vertrag setzen brauchen. Seine Intuition allerdings riet ihm zur Ablehnung. Er erklärte dies auf seiner Webseite so: "Wir wollen, dass dieser Film im Zusammenhang mit seiner Vision eines neuen spirituellen Bewusstseins umgesetzt wird, so wie es die Bücher versucht haben zu beschreiben."

In der Erschaffung des Filmes hat James noch einmal sein Vertrauen in die Synchronizität bewiesen.  Durch den ganzen Prozess hindurch, vom Schreiben des Drehbuches bis zur Wahl seiner Co-Produzenten, von der Drehortsuche bis hin zur Besetzung, von den Filmaufnahmen bis zum Vertrieb blieb James Redfield den Erkenntnissen aus seinem Buch treu. Für jeden, der in der Schaffung des Filmes involviert war wurde die siebte Erkenntnis zum Leitfaden: "Entdecke, dass deine innere Stimme und Intuition da ist, um dir den Weg zu weisen. Erhöhe damit die Kette der Zufälle und Synchronizität die uns zur Realisierung unseres Beitrages verhilft."

Durch diese Einstellung mussten in der Vision von James Redfield  für "Die Prophezeiung von Celestine: Der Film" keine Kompromisse geschlossen werden. Sein Bestreben, die spirituelle Wahrheit sichtbar zu machen, zieht sich durch den ganzen Film und seine Vorstellung kann nun auf der großen Leinwand verfolgt werden. 

James Redfield zu den Filmaufnahmen

„Die Aufnahmen für den Film "Die Prophezeiungen von Celestine" waren eine lange und interessante Reise, die schon Jahre vor dem Schreiben des Drehbuches oder der Verpflichtung der Schauspieler – ja sogar, ob man es glaubt oder nicht – vor dem Schreiben des eigentlichen Buches stattgefunden hat. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich die Idee zu dem Buch als Bilder in meinem Kopf, ich sah ganze Serien von dramatischen Szenen, die wie Ausschnitte eines Filmes aussahen.

Zuerst als eine Art Protokoll geschrieben, erwachte das Buch, zuerst für mich und später für viele andere, zum Leben. Auch wenn die Geschichte auf meinen eigenen persönlichen Erfahrungen basiert habe ich eigentlich den Erfolg nie auf mich bezogen. Das Buch war ein Abenteuer, das ich teilweise erlebte, aber zumeist eher einfach erhielt. Auf irgendeine Weise hat es aber wohl einen Punkt in der universellen Seele berührt. Erst für mich und dann augenscheinlich für fast alle, die sich irgendwann einmal mit unserem Dasein auf einer tieferen, philosophischen Ebene auseinandergesetzt haben.

Den Film dann umzusetzen stellte uns allerdings häufig vor ein Dilemma. Bilder waren eine Sache, aber viele waren – nun – nicht zu handhaben. Hollywood war unbeweglich und Zugeständnisse an das Buch konnten nicht gemacht werden. Da waren zu viele Ideen, zu viele Verbindungen, die auf einer tieferen Ebene existierten und einen verborgenen Hintergrund hatten; viele, sehr lange verwickelte Dialoge hier und da eingeflochten. Alle diese Dinge machten erst zum Schluss bei der Zusammenführung der Handlungsstränge einen Sinn. Keine Chance, diese in einem drei- oder gar zweistündigen Film klar und verständlich rüber zu bringen. Vielleicht in einer 16-stündigen Miniserie.

Dann schien sogar das Genre falsch zu sein wegen weiterer Gründe. So hingen wir jahrelang in einem Niemandsland zwischen der Gewissheit, dass wir diesen Film machen würden aber absolut keine Ahnung hatten wie. Bis dann zum Schluss endlich eine gewisse nüchterne Erkenntnis einsetzte. Wir mussten uns der Tatsache stellen, dass der Film eine andere Art von Parabel als die im Buch sein würde, mit einem globaleren Sinn. So eine Art Schnappschuss einer ‚celestinischen’ Weltsicht, die mit jeder Wiederholung tiefere Spuren hinterlässt. Alles dies in eine Geschichte eingebunden, die einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat und das in einer Geschwindigkeit, die der Kinobesucher erwartet. 

Dies war unsere Entscheidung, oder sollte ich eher sagen, das war das Resultat, dem wir es schließlich erlaubten zu passieren. Dann und wann begann die Synchronizität durchzukommen und am Ende tauchten alle diejenigen zur rechten Zeit auf, die wir brauchten; die Investoren, die Crew, die Besetzung, ja sogar das Publikum für die frühen Tests des Filmes.

Alles was uns nun noch bleibt, ist der richtige Test, wenn der Film in die Welt entlassen wird. Es gibt nur noch eines, das ich zu bedenken geben möchte. Der wirkliche Sinn ist der, der sich eher erahnen lässt. Nicht sosehr auf der Gefühlsebene, eher als eine Körper- und Seelen-Erfahrung, bei dem Auftauchen einer flüchtig bekannten Welt. Wir können eigentlich nur hoffen, dass diese Bilder – nenne sie ruhig Archetypen – in einem höheren Bewusstsein ankommen und wieder ihre Wirkung auslösen. Vielleicht können wir dann eine Realität willkommen heißen, die wir vorher nur intuitiv erahnt haben. Eine Realität die schon immer da war, direkt vor unseren eigenen Augen, nur einen Blick weg, im Himmel, in den Bäumen, in dem Licht das ein Gesicht von innen erleuchtet….nur auf den Augenblick wartend, bis wir bereit waren es zu sehen.“

- James Redfield